Liposuktion bei Lipödem: Ablauf, Methoden & Ergebnisse
Die operative Liposuktion ist derzeit die einzige Möglichkeit, Lipödem-Fettgewebe dauerhaft zu entfernen. Sie hebt sich grundlegend von kosmetischer Fettabsaugung ab.

Die Liposuktion (Fettabsaugung) beim Lipödem unterscheidet sich grundlegend von rein kosmetischer Fettabsaugung. Ihr Ziel ist die Entfernung von krankhaft verändertem Fettgewebe – nicht die ästhetische Formgebung. Sie ist die einzige Methode, die Lipödem-Fett dauerhaft reduzieren kann.
Diese Seite beschreibt den allgemeinen Ablauf. Details, Risiken und Eignung im konkreten Einzelfall können nur im Rahmen einer ärztlichen Beratung besprochen werden.
Was ist das Ziel der Lipödem-Liposuktion?
Ziel ist die Reduktion des krankhaft veränderten Fettgewebes, um Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und den Bedarf an konservativer Therapie langfristig zu senken. Studien zeigen, dass viele Patientinnen nach dem Eingriff weniger Kompression benötigen und deutlich weniger Schmerzen berichten.
Tumeszenz-Lokalanästhesie: Was bedeutet das?
Die Lipödem-Liposuktion wird in der Regel in Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA) durchgeführt – nicht unter Vollnarkose. Dabei wird eine große Menge verdünnter Kochsalzlösung mit Betäubungsmittel in das Fettgewebe injiziert. Das Gewebe schwillt an (Tumeszenz), wird empfindungslos und lässt sich schonend absaugen.
Welche Methoden gibt es?
Die zwei hauptsächlich eingesetzten Methoden sind die wasserstrahlassistierte Liposuktion (WAL) und die powerassistierte Liposuktion (PAL). Beide sind als Kassenleistung anerkannt. Mehr zu den Unterschieden finden Sie in den verlinkten Artikeln.
Wie viele Eingriffe sind nötig?
Da das Lipödem typischerweise mehrere Körperstellen betrifft und das abzusaugende Volumen pro Sitzung aus Sicherheitsgründen begrenzt ist, sind in der Regel mehrere Eingriffe in zeitlichen Abständen notwendig. Häufig werden zwei bis vier Sitzungen geplant.
Was passiert nach der Operation?
Nach dem Eingriff ist eine konsequente Nachbehandlung erforderlich: Kompressionskleidung für mehrere Wochen, regelmäßige Lymphdrainage und Schonung der behandelten Bereiche. Die endgültigen Ergebnisse sind nach etwa sechs bis zwölf Monaten sichtbar.
Was sind die Risiken?
Wie jeder operative Eingriff birgt auch die Lipödem-Liposuktion Risiken, über die der behandelnde Arzt aufklärt. Dazu gehören allgemeine Operationsrisiken wie Infektionen, Nachblutungen und Wundheilungsstörungen sowie spezifische Risiken wie Nervenirritationen oder Konturveränderungen. Die Wahrscheinlichkeit und der Umgang mit diesen Risiken ist Bestandteil des ärztlichen Aufklärungsgesprächs.
Häufige Fragen
Wie lange bin ich nach der Lipödem-OP arbeitsunfähig?
Bei Bürotätigkeit sind in der Regel 1–2 Wochen Arbeitsunfähigkeit typisch. Bei körperlicher Arbeit kann es 3–4 Wochen dauern. Entscheidend ist auch, welche Körperregionen behandelt wurden. Die meisten Patientinnen tragen 6–8 Wochen Kompressionskleidung, die Bewegung einschränken kann. Der genaue Zeitraum sollte individuell mit dem Operateur besprochen werden.
Wird die Lipödem-OP unter Vollnarkose durchgeführt?
Die Lipödem-Liposuktion wird in der Regel in Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA) durchgeführt – nicht unter Vollnarkose. Das Gewebe wird mit einer Lösung betäubt und aufgequollen, was Schmerzen verhindert und das Absaugen erleichtert. Viele Patientinnen empfinden die TLA-Operation als deutlich angenehmer als eine Vollnarkose.
Kommt das Lipödem nach der Operation wieder?
Das entfernte Fettgewebe kommt nicht zurück. Allerdings können verbleibende Lipödem-Zellen bei starker Gewichtszunahme oder hormonellen Veränderungen weiter wachsen. Mit einem stabilen Gewicht und konservativer Nachsorge (Kompression, Lymphdrainage) ist das Risiko eines relevanten Rezidivs gering. Die meisten Patientinnen berichten von einer langfristig deutlich verbesserten Lebensqualität.
Wie viele Operationen brauche ich?
Da das zu behandelnde Volumen pro Sitzung aus Sicherheitsgründen begrenzt ist und Lipödem mehrere Körperstellen betrifft, sind in der Regel 2–4 Eingriffe nötig. Die genaue Anzahl hängt vom Ausmaß des Lipödems und den behandelten Regionen ab. Zwischen den Sitzungen liegen typischerweise 3–6 Monate.
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